Sonntag

25. April 2004

Tagesetappe:

12 km n. Sevilla bis v. Ajamonte
146 km

Total:

2844 km

Wetter:


Um 9 Uhr ging die Sucherei wieder los. Ich musste mehrmals fragen, bis ich auf die N431 kam. Mit leichtem Rückenwind ging es wunderbar voran und am frühen Nachmittag erreichte ich Niebla mit seiner schönen Festung aus dem Mittelalter.

          
Nach einer weiteren Stunde Fahrt wurde aus der N431 wieder einmal eine Autovista. Zuerst suchte ich verzweifelt nach einer Nebenstrasse, die ich nicht fand und entschloss mich dann, ein Stückchen auf dem Pannenstreifen der Autovista zu fahren. Nach ca. 20km stoppte mich eine Polizeipatrouille, die auf der Gegenseite einen Autofahrer kontrollierte. Der Polizist war sehr aufgebracht, dass ich die Strasse benützte. Nachdem er seinen Redeschwall beendet hatte und nach Luft schnappte, sagte ich: "Erstens gehöre es zum Anstand, dass, wenn ich ihn schon begrüssen würde, er auch mit einem Gruss antworten könnte und sich ausser dem nirgends ein Schild befinde, das das Radfahren verbieten würde". Jetzt war natürlich Feuer unter dem Dach. Er nahm mir meinen Personalausweis ab und meinte, dass er einen Strafzettel ausfüllen könnte. Ich sagte ihm: "Er soll ihn dann meiner Frau schicken, die bei der Bezahlung von Strafzetteln sehr geizig sei und nur auf mein Jawort den Betrag begleichen würde". Darauf hin musste ich auf die andere Strassenseite wechseln und zur nächsten Ausfahrt zwei Kilometer zurück fahren. Dort angekommen gab er mir den Personalausweis zurück. Ich deutete noch auf die Einfahrt hin und fragte ihn, wo sich nun das Schild befinden würde, doch er stieg nur zu seinem Dienstkollegen, der bedeutend freundlicher war, ein und fuhr weiter. 500m weiter standen sie dann an einem Parkplatz und kontrollierten, ob auch ich auf der Nebenstrasse fahren würde. Fazit "Es gibt auch unfreundliche Polizisten in Spanien, wenn auch in der Unterzahl.

Ich fuhr etwas verärgert weiter und suchte mir dann einen Zeltplatz. Ich fand auch einen wunderschönen Platz in einem herrlichen Pinienwald. Bei einer genaueren Kontrolle der Gegend stellte sich jedoch heraus das der ganze Wald mit Marokkaner Familien besetzt war. Es wimmelte im ganzen Wald von Gelegenheitsarbeitern, die auf den Erdbeerplantagen arbeiteten oder arbeiten wollten. Das war mir dann doch ein bisschen zu ungemütlich. Also schob ich das Fahrrad wieder aus den Wald und fuhr weiter. Auf einer Anhöhe fand ich neben einer grossen Erdbeerplantage einen geeigneten Platz zum Übernachten.