Donnerstag

15. April 2004

Tagesetappe:

Murcia bis Aguilas
105 km

Total:

1917 km

Wetter:

  

Um 9 Uhr fuhr ich los und es ging erst ein mal "locker vom Hocker". Auf ebener Strasse waren die ersten Kilometer angenehm zu fahren. Bis zu dem Ferienort Mazarròn kam ich kaum ins Schwitzen.

Hier noch ein kleiner Textausschnitt aus einer Werbebroschüre, der mir sehr zum Nachdenken Anlass gab.

« Mazarrón wird die "Perle der Costa Calida" genannt.  Diesen Titel verdankt der Ort seinen malerischen  Badebuchten und dem herrlichen bergischen Umland. Im  Hinterland reifen unzählige Tomaten für den Export heran -  ein bedeutender Wirtschaftszweig für die Region. »
Hinter Mazarron meinte ich, dass irgend etwas mit meinem Fahrrad nicht in Ordnung wäre. Es ging alles so schwerfällig. Ständig musste ich schalten und ich kam doch nicht vom Fleck. Zuerst dachte ich, ich hätte wieder mal das Licht ausversehens eingeschaltet. Aber dann merkte ich, dass es unscheinbar höher und höher ging. Ich war in der wirklichkeitsfremden Sierra de las Moreras gelandet.



Nach der langgezogenen Steigung kam sehr hügeliges Gelände. Anstrengend, mal schiebend mal fahrend. So bewegte ich mich von einem Hügel zum nächst höher gelegenen. Um 4 Uhr hatte ich genug, von der Sierra de la Almenara und Sierra del Cantal. Ich wurde zusehens müder von dem ewig erscheinenden bergaufwärts wandern.

Endlich, ich wollte es schon nicht mehr glauben und dachte ich muss in der Einöde übernachten, sah ich ein Licht am Horizont. Ich hatte den höchsten Punkt, der immerhin auf über 800m Meereshöhe lag. Eine Affenkälte war auch noch hier oben. Es kam die lang ersehne Abfahrt. Ich muss sagen sie war toll. Mit 66km/h raste ich 17km lang den Berg herunter. In Aguilas bog ich gleich in die Küstenstrasse ein.

Plötzlich stand ein grosses Schild mit der Aufschrift "ANDALUSIEN" da. Toll, endlich ging es in die, von der Sonne verwöhnte Region Spaniens. Leichter Regen liess mich jedoch sofort aus meinen Träumen erwachen. Wenige Kilometer hinter Aguilas fing der Magen wieder an zu knurren und durch den immer stärker werdenden Regen konnte auch keine richtige Motivation mehr aufkommen. Also suchte ich mir einen Platz für das Zelt. In der Nähe einer Palme wurde schnell das Zelt aufgebaut und das Gepäck vor dem Regen verstaut.

Mit dem Kochen wartete ich bis es ein bisschen aufhörte mit Regnen. Leider war das nicht der Fall. Es hörte nicht auf , sondern wurde immer stärker. Jetzt versuchte ich mein Glück unter der Palme. Dort war es noch einigermassen trocken und ich fing, bei heftigem, kaltem Wind an, zu kochen. Heute mal was ganz tolles: "Tomatenspaghetti"! Eine riesige Portion.

Um 9 Uhr legte ich mich neben der Palme in das Zelt. Peitschender Regen begleiteten meine Träume. Immer wieder wurde ich durch heftige Windböen aus dem Schlaf gerissen. Dieser Zustand wurde sofort genutzt und der Zeltboden auf Feuchtigkeit überprüft. Zufrieden legte ich mich wieder hin und glücklich das kein Wasser eindrang schlief ich immer wieder ein.