Am morgen hörte es endlich auf zu regnen aber der Wind wurde um so heftiger. In der Nacht stand mein Zelt förmlich im Wasser, doch kein Tropfen drang in das Zelt. Ich kam mir bei dem geblubbere vor, wie auf einem Wasserbett.
Um 11 Uhr konnte ich erst losfahren, da andauernde Schauer einen Zeltabbau verunmöglichten. Gemütlich radelte ich los. Aus dem gemütlichen Fahren wurde eine richtige Plage. Sehr starker Wind machte mir das Leben schwer. Das ganze artete in einen kleinen Sturm aus. Auch abwärts musste ich trampeln um wenigstens mit 15kmh vorwärts zu kommen. Ein deutsches Radlerehepaar, die einen Ausflug in der näheren Umgebung unternahmen, fragten noch kurz wohin die Reise gehen soll. Ich gab kurz Antwort und radelte weiter das hügelige Gelände entlang. Um 2 Uhr wurde noch der Wochenendgrosseinkauf getätigt und völlig fertig machte ich um 5 Uhr Schluss mit der Plackerei. Kaum hatte ich das Zelt aufgebaut, es schaute nach Regen aus, kam ein Auto und hielt kurz vor meinem Zelt. Ich hatte ziemlich abseits einen ebenen Platz gefunden. Mit lautstarker Technomusik verbrachte der Fahrer die Zeit im Auto. Ich hatte ein mulmiges Gefühl. Als er abfahren wollte war seine Batterie lehr (eventuell von der lauten Musik). Um Nachts keine unliebsamen Gäste empfangen zu müssen packe ich kurz entschlossen meine Sachen zusammen und verschwand ebenfalls. Unliebsamen Nachtbesuch hasse ich. Nach einigen Kilometern fand ich einen noch besseren Platz und wartete mit dem Zelt aufstellen bis es eindunkelte. In der Wartepause wollte ich noch ein paar Tagesnotizen in meinen Psioncomputer einfügen, doch der Bildschirm blieb beim Einschalten dunkel. Das war wohl das Ende der modernen Technik und ich musste zu Bleistift und Papier greifen. Die Wolken hatten sich auch verzogen und die Sonne kam ab und zu zum Vorschein. Müde und geschafft war um 9.30 Uhr das grosse Lichter löschen. Ich schlief, umgeben vom intensiven Duft der einzelnen Kräuter, wie ein Murmeltier im Winterschlaf.
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