Sonntag

11. April 2004

Tagesetappe:

Castello de la Plana bis h. Silla
100 km

Total:

1550 km

Wetter:


Durch den intensiven Orangenblütenduft am frühen Morgen in der Nase fing für mich der Tag recht gut an. Um 9.30 Uhr brach ich auf und fuhr immer der N430 entlang. Plötzlich war es vorbei mit der Herrlichkeit und ich stand auf einer Autovista, was eigentlich einer Schnellstrasse entspricht. Um Valencia zu umfahren, wählte ich diese, und als das zweite Polizeiauto ohne Reklamationen vorbei fuhr, war ich sicher, dass ich die Strasse auf der Pannenspur benützen durfte. Das ging ja alles ganz flott. Glasscherben und Nägeln wich ich so gut als möglich aus.

       Bei einem Blech das ich überfuhr, dachte ich noch:" Die armen Reifen"! 200m weiter schlingerte das Hinterrad so komisch. Platt! Ich schob meinen Drahtesel ein Stückchen um von der Strasse zu kommen. Um den Reifen nicht zu beschädigen, wollte ich noch ein bisschen pumpen. Da hielt auch schon ein Polizeiwagen und sagte mir, ich soll das Fahrrad zur Ausfahrt schieben. Also noch einmal 600m schieben. Mir tat der Reifen in der Seele weh, mit voller Bepackung und ohne Luft. Der Polizeiwagen begleitete mich dann bis zur Abfahrt, grüsste freundlich und fuhr von dannen.

Jetzt ging es los. Abpacken, Loch suchen und dann reparieren. Die Luftpumpe war auch nur so eine Art Notlösung in Sachen Druckaufbau im Schlauch. Nachdem ich durch das Pumpen ausser Atem weiter wollte, merkte ich, dass noch ein Loch vorhanden sein musste. Also den ganzen Schlauch demontieren und in einer Pfütze das Loch suchen. An einer anderen Stelle fand ich es dann auch. Nachdem die Prozedur das zweite Mal durchgeführt war und alle Gepäckstücke festgezurrt waren, ging die Fahrt weiter.


Eine Polizeieskorte auf Motorrädern hielt mich an und sagte mir, dass ich auf der Autovista nicht fahren dürfte. Jetzt ging es im Polizeischutz weiter. Einer voraus und einer hinterher und das 7km lang. Schade war nur, dass sie nicht ihr Blaulicht und die Sirenen eingeschaltet haben. Das hätte dann doch manchen vorbei huschenden Autofahrer vom Hocker gehauen. Bei der Ausfahrt plauderten wir noch eine Viertelstunde und nach einer herzlichen Verabschiedung ging die Fahrt auf der Nebenstrasse weiter.

       Ich war nur wenige Kilometer gefahren und schon ging die vorher befürchtete Sucherei in den angrenzenden Wohngebieten von Valencia los.

Nach einer verzweifelten Irrfahrt konnte ich schlussendlich die richtige Strasse nach Silla finden.

Ausserhalb der Wohnsiedlungen fand ich einen kleinen Weg, der ins freie Gelände führte. In der Ferne sah ich einen idealen Zeltplatz. Nach 40m blieb ich jedoch förmlich im aufgeweichten Lehmboden stecken. Die Räder bewegten sich nicht mehr. So dick war der Lehm.


       Nachdem ich mich rückwärts schiebend von dem Kleister ein bisschen befreien konnte, ging es zurück auf die Strasse. Notdürftig wurde der Lehm abgekratzt und die Fahrt fortgesetzt. Nach wenigen Kilometern fand ich einen geeigneten Platz. Sofort wurden die berühmten Spaghetti mit Tomatensauce gekocht. Es schien, als würde das Gekochte einen unwiderstehlichen Duft verbreiten, denn zwei streunende Köter kreisten um mein Essen. Da ich nicht weiter gestört werden wollte und selber einen riesigen Hunger hatte, brachte ich meinen Pfefferspray in Schussposition. Nach der kurzen Stippvisite schlichen sie sich jedoch von dannen.