Montag

12. April 2004

Tagesetappe:

Silla bis Oliva
72 km

Total:

1622 km

Wetter:


Am Morgen war es eiskalt und das Zelt war aussen sehr nass. Ich kam mir vor wie in einer Tropfsteinhöhle. In der immer höher steigenden Morgensonne wurde alles notdürftig getrocknet.

Wenige Kilometer gefahren, begegnete ich wieder meinen zwei Polizisten auf dem Motorrad, die sich gelangweilt an einer Kreuzung mit zwei Berufskollegen unterhielten. Natürlich wurde ich wieder gestoppt und gefragt, wo ich übernachtet habe. Ich sagte in Silla in einer Pension. Ich glaube kaum, dass sie das schluckten bei meinen mit Lehm verschmierten Reifen. Sie zeigten mir auf der Karte den weiteren Weg und wir unterhielten uns noch ein bisschen über meine Reiseziele. Einer meinte noch lakonisch, wieviel Jahre ich dazu investiert habe. War eine lustige Unterhaltung mit den gelangweilten Ordnungshütern.

       Im nächsten Dorf hatte ich hinten wieder platt. Ich nahm vor der Kirche auf einer Bank sitzend gleich das ganze Hinterrad herunter und fand auch die Stelle. Ein dicker Stahlstift hatte sich durch den Pneu gebohrt.

Mit meinem Taschenmesser, an dem sich auch eine Zange befindet, konnte ich den Verursacher aus dem Mantel entfernen. Wieder montiert ging wieder die Luft raus. Jetzt war es mir zu dumm. Ich montierte einen neuen Schlauch. Provisorisch mit Luft gefüllt, ging es bis zur nächsten Tankstelle, wo ein Druck von 5, 5 bar in den Reifen gepresst wurde.

Gemütlich fuhr ich an diesem Tag weiter bis ca. 5km hinter Oliva. Jetzt denkt jeder Leser ich hätte an diesem Tag wieder in einem Olivenhain geschlafen. Falschen Schluss gezogen! Dies mal war es eine grosse Orangenplantage. Ich suchte sie jedoch nicht des berauschenden Duftes wegen auf, sondern weil sie schön eben und mit Gras ausgestattet war. Es schläft sich auf einem ebenen Untergrund doch gemütlicher, denn man muss dann nicht in der Nacht ständig den Berg wieder hochkriechen.