Dienstag

20. April 2004

Tagesetappe:

h. Nerja bis Fuengirola
102 km

Total:

2322 km

Wetter:


Um 9 Uhr machte ich mich auf, um neue Landstriche zu erkunden. Dabei kam ich gut voran und machte bei einer Pause noch ein Foto einer Stadt, fern vom Tourismus.

Um 11 Uhr wurde es doch recht warm und ich musste zum ersten Mal die Sonnencreme auf meiner Nasenspitze testen. Lauwarmer Wind strich beim Fahren über meine Haut und ich fühlte mich nach der langen Kälte wieder einmal richtig wohl. Die Strasse in Richtung Malaga war sehr gut und ich konnte ohne Stress auf dem Pannenstreifen fahren.

Meine liebe Mühe hatte ich mit der Beschilderung und so geriet ich immer wieder in Richtung Autobahn. Beim Verlassen der Stadt, ich war 3km gefahren, stand ich plötzlich wieder vor einem Zeichen, das mir keine Durchfahrt gewährte.

Also das ganze wieder zurück und von Neuem aufrollen. Schliesslich fand ich eine breite, gerade aus der Stadt führende Strasse und mein Kompass zeigte auf Süd-West. Diese Richtung war ideal. Leider führte die Strasse am Ende nur zu einem Wendeplatz. Ein Deutscher, der quitschfidel, nur mit Badehose bekleidet, auf seinem verrosteten Stahlross daherkam half mir weiter. Er lebt eigentlich in der Schweiz in Neuenburg und überbrückt hier für ein paar Monate jedes Jahr die kalte Winterzeit. Wir fuhren zusammen auf sehr verzwickten Wegchen, die er wie im Schlaf kannte, bis Torremolinos. Kurz zuvor, wir hatten eine nette Unterhaltung geführt, verabschiedete sich der Lebenskünstler und Sonnenanbeter in der Nähe eines FKK Strandes, den er jeden Tag besucht. Ich fuhr weiter zu dem "Ferienparadies", ass schnell ein Eis und schaute den Feriengästen zu, die vor Langeweile strotzten. Den Gesichtsausdrücken nach zu urteilen, freuten sie sich schon wieder auf die Abendunterhaltung, "Fernsehen". Um nicht auch noch der Monotonie zu verfallen, verabschiedete ich mich von der Stadt, eben so schnell wie ich gekommen war.

Wenn ich ganz ehrlich sein soll: "Mir gefällt die Ferienfabrik nicht"! Meine Fahrt ging noch 3 Stunden weiter, bis ich müde und durstig zur nächsten Ferienfabrik, Fuengirola kam. Hinter der Stadt fand ich auf einem Hügel in einer Wohnsiedlung einen einigermassen guten Platz zum Zelten. Verdrossen von den Beton- und Stahlalleen wollte ich so schnell wie möglich aus dieser Gegend verschwinden. Also habe ich nach dem Zeltaufbau und Essen mich mal wieder in meinen Spanien/ Portugal Reiseatlas (1:200`000) vertieft. Im Laufe meiner Reise hatte ich immer die aktuelle Seite heraus gerissen und auf der Lenkertasche montiert. Jetzt wurden erst einmal die gebrauchten Blätter sortiert und die Seiten für die nächste Etappen herausgerissen. Ich staunte nicht schlecht, und machte einen Freudensprung und Aufschrei, als ich bemerkte, dass das erste Etappenziel, Gibraltar bald erreicht sein wird. Zufrieden darüber fiel ich bald danach in das Land der Träume.