Am Morgen beim Zelt einpacken wollte ich noch eine Gottesanbeterin fotografieren. Ist mir aber nicht gelungen. Sie war immer nur unscharf auf dem Display zu erkennen.
Um 9.30 Uhr war, nachdem es kurz aufhörte zu tröpfeln, grosser Aufbruch. Ich wollte ja an dem Tag noch durch Barcelona kommen. Ständiger Nieselregen begleitete mich auf meiner Fahrt. Plötzlich bemerkte ich, dass mein Kompass fehlte. Alles Suchen half nichts und das noch vor der Grossstadt Barcelona. Ich war stinkesauer und überlegte wo ich wohl einen neuen kaufen könnte. In einem Supermarkt führte ich noch ein Grosseinkauf durch und beim Verstauen der Lebensmittel tauchte plötzlich mein geliebter Kompass, der mich schon aus mancher schwierigen Situation auf den richtigen Weg brachte, wieder auf. In Barcelona angekommen ging dann das Chaos richtig los.
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Ich wollte nur so schnell wie möglich durch bei dem hektischen Verkehr. Dank dem Kompass schaffte ich es auch immer, die richtige Richtung bei zu behalten.
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Beim Hafen ging es dann nicht mehr weiter, nur eine Schnellstrasse war vorhanden. Verzweifelt wich ich auf Nebenstrassen aus, die jedoch immer wieder auf der Schnellstrasse endeten. Ich fragte einen vom Abschleppdienst, ob ich auch auf der Strasse fahren könnte. Er sagte: "Si, si Señnor". Nun nahm ich all meinen Mut zusammen und rauschte auf der vierspurigen Schnellstrasse los.
Unangenehm wurde es immer an den Abzweigungen. Alle wollten nach rechts und ich nach links. Ausserhalb der Stadt kamen noch grosse Autobahnverbindungen. Mir wurde es richtig schwummerig bei den grossen Blechlawinen.
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Nachdem ich noch einige Fotos von der Stadt gemacht hatte, konnte ich schlussendlich auch den Ausgang finden.
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Beim Verlassen der Grossstadt nahm die Bewölkung wieder zu und ca. 20km hinter Barcelona konnte ich durch den Verkehr entnervt in einer Landwirtschaftszone einen Platz zum Zelten finden. Also wurde diese Nacht unter Feigenbäumen zugebracht. Nachdem das Zelt stand, wollte ich anfangen zu Kochen. Zum Entsetzen merkte ich, dass ich statt drei Fl. Mineralwasser, Zitronenlimonade gekauft hatte. Also wurden statt Teigwaren ein paar Brote gegessen. Nachdem der grösste Hunger gestillt war, konnte ich noch den Schwalben zusehen, wie sie im Flug nach ihrer Beute schnappten. Das will doch etwas heissen nach den kühlen Tagen. Meine Nase tropfte schon wieder seit einiger Zeit, als wenn ich Heuschnupfenallergie hätte. Wahrscheinlich kommt bald eine wärmere Jahreszeit. Die Vögel, die in grosser Anzahl auf dem Grundstück vorhanden waren, zwitscherten lautstark, so als wäre der Frühling in dieser Gegend ausgebrochen. Darüber ein bisschen beruhigt legte ich mich in den wärmenden Schlafsack und schlief auch gleich ein.
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