Donnerstag

22. April 2004
 

Tagesetappe:

20 km v. Algeciras bis 35 km n. Tarifa
80 km

Total:

2482 km

Wetter:


       Nach leichtem Regen machte ich mich gemütlich um 10 Uhr auf die Socken. Es lockerte schnell auf und kurze Zeit später hatte ich Sonne pur mit relativ kühlem Gegenwind. In Alcaziras wollte ich den Felsen fotografieren und habe mich natürlich wieder verfahren. Die Gegend hinter dem Felsen von Gibraltar war recht hügelig und in Richtung Tarifa musste ich zum Teil schieben, bis ich plötzlich von Helmut aus Mücke (liegt irgendwo im Rheinland) überholt wurde.

       Wir unterhielten uns eine Zeitlang und fuhren dann gemeinsam nach Tarifa, um den südlichsten Punkt der Reise zu erreichen. Bei unserer Unterhaltung stellte sich heraus, dass Helmut ein "Bulle" (kommt nicht von mir, sondern von Helmut) ist, und Hunde für den Bundes Grenzschutz trainiert. Finde ich eine tolle Beschäftigung im Freien, wenn man Hunde gern hat. Helmut kann aus beruflichen Gründen leider nicht so lange Ferien machen und fährt durch Europa als sogenannter "Etappenradler". Jedes Jahr ein neues Ziel vor Augen. Finde ich auch schön.

          

       Zum "Punta Marroqui" waren es für mich genau 2450km von Zuhause.

An der Stelle, wo Mittelmeer und Atlantik sich begrüssen, nahmen wir Abschied von einander. Ich wäre noch gerne ein Stückchen mit ihm gefahren, es war ein toller Kollege. Er flog jedoch leider nach Hause und ich radelte in nördliche Richtung.



       Nachdem ich am späteren Nachmittag in Tarifa, übrigens ein Eldorado für Windsurfer, eingekauft hatte, fuhr ich noch ca. 35 km. Hinter einem verlassenen Bauernhaus wurde das Zelt aufgestellt und zur Feier des Tages Fisch gebraten. Die 600gr. Fisch mit Teigwaren waren ein wahrer Leckerbissen.

Gut gegessen, hörte ich mir eine Zeit lang noch den Gesang einer Nachtigall an, die sich in einem der umliegenden Büsche breit gemacht hatte und die unterschiedlichsten Melodien von sich gab. Ihr Repertoire war unglaublich umfangreich und ich hatte meine wahre Freude daran. Um 9.30 Uhr wurde es jedoch zunehmend kühler und ich verschwand, bei dem nicht endenden Vogelgezwitscher, in meinem Zelt und bin bei dem Gesang eingeschlafen.